Unklar ist den meisten Hundehaltern, die ihren Hund liebevoll und behutsam in diese Welt integrieren wollen, die Komplexität der sozialen Beziehung auf der einen Seite und die Einfachheit des Lernens auf der anderen Seite. Zu sehr wurde in den letzten Jahrzehnten das Formale, wie "Sitz, Fuß, Platz" in den Vordergrund gestellt und daraufhin der Hund für gut erzogenen erklärt. Vernachlässigt hat man das Sozialverhalten des Hundes. Sich in der Gruppe sozial adäquat zu verhalten und sich am notwendigen souveränen Status des Menschen zu orientieren. Zum souveränen Status des Menschen gehört die angepasste, gelegentliche Begrenzung des Hundes genauso dazu wie der behutsame Umgang mit ihm. Mit Begrenzung ist hier nicht das permanente "Drücken" des Hundes gemeint, sondern der sinnvolle Einsatz unterschiedlichster Möglichkeiten. Genauso wenig kann aber mit "liebevoll und behutsam" ein unreflektierter Ansatz in Bezug auf Freiraum gemeint sein. Die Begriffe Freiraum und Begrenzung stehen in Abhängigkeit zueinander: Ohne das Bewusstsein von Grenzen gibt es kein Bewusstsein für Freiraum. Je klarer dies zum Hund gelebt wird, desto einfacher ist es für ihn. ... Michael Grewe
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